Heilpraktiker Ausbildung ist nicht überall gleich
In Deutschland gibt es keine allgemeingültige Grundlage für eine Heilpraktiker Ausbildung. Es sind lediglich Lerninhalte festgelegt, die in Form einer schriftlichen und mündlichen Prüfung abgefragt werden.
Schulen, die eine Heilpraktiker Ausbildung anbieten, gibt es viele. Da ist es nicht immer einfach, die richtige auszuwählen. Vor allem, da sie sich auch in Sachen Gebühren unterscheiden. Gleichzeitig gibt es auch zahlreiche Formen der Heilpraktiker Ausbildung. Es besteht die Möglichkeit, sie komplett als Autodidakt zu absolvieren, indem man sich beim Gesundheitsamt die Lerninhalte für die Prüfungsthemen besorgt und versucht, diese durch Bücher oder Internet zu erlernen. Das allein ist schon eine schwierige Angelegenheit, selbst für medizinisch vorgebildete Menschen wie Krankenschwestern oder medizinisch technische Assistenten. Doch haben Letztere wenigstens durch ihren Beruf einen Zugang zur Praxis, was das Spritzen setzen oder Verbände anlegen angeht.
Doch wie will man später einmal – nach bestandener Prüfung – in diesem Beruf arbeiten, wenn die Praxis völlig fehlt? Außerdem sind Injektions- und Punktionstechniken prüfungsrelevant. Daher empfiehlt es sich auf jeden Fall, eine Heilpraktikerschule zu besuchen. Diese kann man häufig in Form von Blockseminaren, Abendunterricht oder Wochenendseminaren absolvieren, sodass eine Ausbildung auch berufsbegleitend möglich ist und so etwa zwei Jahre dauert. Selbstverständlich sind auch Ganztagsformen möglich.
Als Voraussetzung für eine Prüfungszulassung zum Heilpraktiker reichen der Hauptschulabschluss und ein Mindestalter von 25 Jahren.
Darüber hinaus muss ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorliegen. Geprüft wird Berufs- und Gesetzeskunde, wobei hier die Grenzen diagnostischer und therapeutischer Methoden im Vordergrund stehen. Weiterhin werden Kenntnisse in Anatomie und Physiologie abgefragt. Außerdem müssen Grundkenntnisse der allgemeinen Krankheiten mit Schwerpunkt auf Herz-Kreislauferkrankungen vorhanden sein sowie ein Wissen über Beschwerden mit dem Stoffwechsel. Ein wichtiger Punkt ist auch die Notfallmedizin und die Erstversorgung. Als letzte Aufgabenstellungen stehen dann noch Praxishygiene, Diagnostik und Anamneseerhebungen auf dem Programm. Ebenfalls muss die Bedeutung grundlegender Laborwerte bekannt sein.
Die gesamte Prüfung besteht aus einem schriftlichen und mündlichen Teil. Sie wird sowohl von einem Amtsarzt wie auch praktizierenden Heilpraktikern durchgeführt. Das Heilpraktikergesetz stammt übrigens noch aus dem Jahre 1939, wurde allerdings 1992 noch einmal überarbeitet.