Berufsbegleitende Promotion: Chancen und Nachteile
Eine berufsbegleitende Promotion eröffnet Karrierechancen, erfordert aber auch viel Disziplin und Durchhaltevermögen. Die Rahmenbedingungen des Arbeitgebers spielen dabei eine wichtige Rolle.
Die Promotion bietet auch außerhalb einer wissenschaftlichen Karriere an der Universität attraktive Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf. Wie wichtig eine Promotion für den Aufstieg ist, hängt allerdings stark von dem Berufszweig und der darin üblichen Promotionsquote ab. Der Aufwand für eine Promotion schwankt je nach Fach ebenfalls erheblich, so dass Pro und Contra bei der Frage, ob eine Promotion ratsam ist, sehr individuell abzuwägen sind.
Am einfachsten ist der Weg, die Promotion sofort an das Studium anzuschließen, da gute Kontakte zu Lehrstühlen und Professoren bestehen und wissenschaftliches Arbeiten zur bisherigen Routine gehören. Finanzierungsmöglichkeiten wie z.B. Stipendien sind häufig an die zeitliche Nähe zum Studienabschluss gebunden. In der Regel werden Promotionen im Rahmen der Arbeit als Assistent/Assistentin bzw. einer wissenschaftlichen Mitarbeiterschaft an einer Universität oder als Stipendiat einer Graduate School oder einer Förderinstitution durchgeführt. Dadurch ist ein engen Kontakt zum Doktorvater und der konkrete Bezug zum Forschungsgebiet meistens gewährleistet. Eine Alternative ist die berufsbegleitende Promotion, wobei der Aufwand von verschiedenen Faktoren abhängt.
Eine Promotion erfordert viel Zeit und Energie. Daher ist es von großem Vorteil, wenn die Promotion von der ausgeübten Arbeit profitieren kann und im gleichen Themenfeld liegt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Unterstützung des Arbeitgebers. Wenn dieser von der Promotion bzw. der Ausbildung des Promovierenden profitiert, ist teilweise eine reduzierte Arbeitszeit zugunsten der Promotion verhandelbar. Vor einer Entscheidung sollte man auch seine privaten Umstände und die eigene Arbeitsbereitschaft ernsthaft auf den Prüfstand stellen. Eine berufsbegleitende Promotion erfordert die Bereitschaft, Freizeit und Wochenenden zu einem großen Teil am Schreibtisch zu verbringen. Für Familie und Freunde bleibt über zwei bis drei Jahre kaum Zeit. Der Lohn für die Disziplin sind immerhin höhere Aufstiegsmöglichkeiten und besseres Gehalt in der beruflichen Zukunft. Arbeitgeber können an einer berufsbegleitenden Promotion hohes Engagement und Leistungsbereitschaft ablesen.