Amerikanische Optionsscheine können ertragreich sein

Die Aktie gab es, noch bevor es die Börse gab. Die ersten Börsen wurden organisiert, um Aktien zu handeln. Inzwischen gibt es zahlreiche weitere Instrumente, unter anderem den Optionsschein.

Bei Warrants oder Optionsscheinen handelt es sich um spekulative Instrumente, die Anleger dazu nutzen, um auf einen positiven oder negativen Kursverlauf zu setzen. Mit einem Optionsschein erwirbt der Anleger die Möglichkeit, ohne ihm eine Pflicht aufzuerlegen, einen im Optionsschein definierten Wert für eine im Optionsschein festgelegte Zeitspanne zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu veräußern. Die verschiedenen Optionsscheine decken einzelne Aktien, einige Indizes, Devisen oder einen bestimmten Rohstoff ab. Der Hebeleffekt eines Optionsscheins bewirkt, dass mit bereits kleinen Beträgen gute Gewinne erzielt werden können. Alle relevanten Daten sind auf einem Optionsschein vermerkt. Das jeweilige Instrument, das von einem Optionsschein abgedeckt wird, ist vermerkt sowie der Basiswert, auch Underlying genannt, das jeder Grundwert sein kann, wie eine Aktie. Ein weiterer Wert, der auf dem Optionsschein vermerkt ist, ist das Bezugsverhältnis.

Das Bezugsverhältnis gibt Auskunft darüber, wie viele Optionsscheine benötigt werden, um die in der Option verbrieften Möglichkeiten ausüben zu können. Ein Bezugsverhältnis von 1:1 bedeutet, dass nur 1 Optionsschein benötigt wird, um Anspruch auf das Underlying zu haben, wenn das Bezugsverhältnis mit 10:1 angegeben ist, dann werden 10 Optionsscheine benötigt, um Anspruch auf das Optionsrecht ausüben zu könne. Der Ausübungspreis gibt Auskunft über den Preis, zu dem das Optionsrecht ausgeübt werden kann. Dieses Recht besteht nur über einen bestimmten Zeitraum, der mit der Laufzeit angegeben ist. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Optionsscheinen, Call- und Put-Optionen. Wird eine Option erworben, um das darin genannte Underlying zu kaufen oder zu verkaufen? Ein Call gibt dem Besitzer der Option das Recht, die darin festgehaltenen Underlyings zu einem festen Preis zu kaufen. Das darin verbriefte Recht besteht unabhängig von dem aktuellen Kurs des Underlyings. Der Emittent eines Optionsscheins muss dem Besitzer des Optionsscheins das Underlying zu dem im Schein festgelegten Kurs verkaufen, auch wenn der tatsächliche Kurs der Aktie weit höher liegt. Wenn der Halter eines Optionsscheins sein in der Option verbrieftes Recht ausübt, so nennt man dies das Ausüben einer Option. Wenn die Transaktion so stattfindet, wie es im Optionsschein festgehalten wird, so wird dies eine effektive Lieferung genannt oder Physical Delivery im Fachenglisch.

Der Austausch eines Underlyings gegen einen Optionsschein, so wie er im Optionsschein beschrieben ist, findet aber nicht immer statt. Oft wird bei der Ausübung einer Option lediglich der Differenzbetrag an den Besitzer der Option ausgezahlt. Beträgt der Kurs der Aktie 240 Euro und der Optionsschein verbrieft dem Besitzer das Recht, die Aktie für 110 Euro zu erwerben, so erhält er vom Emittenten des Optionsscheins 130 Euro. Dieser Vorgang wird im Fachenglisch Cash-Settlement genannt oder die Geldverrechnung. Speziell bei Indexoptionsscheinen wird die Geldverrechnung angewandt.

Für einen Optionsschein gibt es verschiedene Anwendungsbereiche. Zum einen profitiert ein Anleger von der bereits erwähnten Hebelwirkung. Wird ein Optionsschein für 30 Euro gekauft für ein Underlying, dessen Wert 100 Euro beträgt, so verdoppelt sich der Einsatz für den Fall, dass der Underlying um 30 Euro steigt. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Absicherung gegen Verluste.